Rasendünger (Thomaskali) für Hunde giftig ?

Wir müßten unbedingt unseren Rasen düngen. Gibt es Dünger, der für unseren Hund (Welpe) nicht schädlich ist ?

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Giftwirkung von Rasendünger auf Hunde

Eine Vergiftung mit Düngemittel ist grundsätzlich auch beim Hund möglich. Daten über Giftmengen liegen vor allem für Pflanzenfresser vor.

Phosphatdünger (wie z.B. Thomaskali) sind im allgemeinen nur schwach giftig. Hohe Dosen führen zu Schleimhautrreizungen und  hypokalzmischen Symptomen. Die Tiere zeigen Abgeschlagenheit bis Koma, Festliegen, Speicheln, Durchfall, Kolik. Vergiftungen mit Todesfällen wurden bei Schafen und Rindern beschrieben.

In Naturphosphatdüngern ist außerdem bis zu 4% Fluor enthalten. Chronische Vergiftung führt zu Defekten an Zähnen, Knochen und Gelenken. Akute Fluorvergiftung führt zu Kreislaufkollaps und Tod. Die letale Dosis beträgt beim Wiederkäuer um 0.25 g/kg Körpergewicht bei oraler Aufnahme.

Vergiftungen mit Nitrit/Nitrat entstehen vorallem durch die Aufnahme von intensiv gedüngten Pflanzen und sind daher vorallem bei Pflanzenfressern ein Problem.  Es kommt zu Methämoglobinbildung und Blutdruckabfall durch Gefäßerweiterung. Betroffenen Tiere zeigen unter anderem Unruhe, Taumeln, Krämpfe, Atemnot  und blutigen Durchfall. Blut und Schleimhäute bekommen durch das Methämoglobin eine bräunliche Färbung.

Harnstoffdünger wird gelegentlich direkt aufgenommen. Im Körper erfolgt die Umwandlung in den giftigen Ammonik durch Bakterien. Ammoniakgeruch ist daher in der Ausatemluft betroffener Tier festzustellen. Darüberhinaus sind Vergiftungssymptome wie Speicheln, Taumeln, Zittern, Krämpfe, etc. feststellbar.

Ich rate vor jeder Düngung eine Bodenanalyse durchführen zu lassen und nur unbedingt notwendige Dünger zu verwenden. Zu gedüngten Flächen sollte der Hund zumindest bis zum nächsten kräftigen Regen keinen Zugang haben.

Tierärztin Mag.med.vet. Anna Entner
8111 Judendorf-Straßengel bei Graz

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