Kastration

Kastration

(c) Cami Steiner

Unter Kastration versteht man das operative Entfernen der Eierstöcke bzw. der Hoden. Wichtige Informationen zur Kastration von Hunden und Katzen ist hier zusammengefasst.

Kastration bei der Hündin

Bei der Hündin wird neben den Eierstöcken meist auch die Gebärmutter entfernt. Dadurch wird die Läufigkeit zeitlebens ausgeschaltet. Unangenehmer Scheidenausfluss, lästige Rüden und Scheinträchtigkeit sind dann kein Thema mehr.

Die Kastration beugt aber auch Erkrankungen vor: die Pyometra ist eine eitrige Infektion der Gebärmutter. Sie ist so besonders gefährlich, da die Hündinnen erst Krankheitszeichen zeigen, wenn die Infektion weit fortgeschritten ist. Hormonelle Läufigkeitsunterdrückung erhöht das Risiko für eitrige Gebärmutterentzündung noch weiter. Die Kastration vermindert auch das Risiko für Mammatumore (Tumore der Brustdrüsen). Kastriert man vor der ersten Läufigkeit (sog. Frühkastration) sinkt das Risiko für Mammatumoren auf unter 0,5% im Vergleich zu nicht kastrierten Tieren. Mit jeder Läufigkeit steigt das Risiko.

Die Kastration hat aber auch Nebenwirkungen. Kastrierte Hündinnen neigen zu Gewichtszunahmen, es kann zu Fellveränderungen und Harninkontinenz kommen. Das Risiko für Harninkontinenz scheint bei früh kastrierten Hündinnen geringer zu sein.

Der richtige Zeitpunkt für die Kastration ist die Zeit der "sexuellen Ruhe" (Anöstrus). Hündinnen sollten also vor der ersten Läufigkeit bzw. etwa 2 - 3 Monate nach der letzten Läufigkeit kastriert werden. Besondere Gründe, wie z.B. eine eitrige  Gebärmutterentzündung, können eine unmittelbare Kastration notwendig machen.

Kastration beim Rüden

Rüden werden meist kastriert, um unerwünschtes Verhalten zu verhindern. Dazu gehören Aggresivität, Herumstreunen, Markieren und das Besteigen von andern Tieren oder Menschen. Besonders die Aggresivität gegen andere Rüden wird mit zunehmendem Alter der Rüden immer weniger beeinflußt. Grundsätzlich beeinflußt die Kastration nur Verhaltensweisen, die dem Sexualverhalten zuzuordnen sind. So hat sie z.B. keinen Einfluß auf das Jagdverhalten.

Ist nicht gesichert, ob eine Verhaltensweise durch die Kastration zu beeinflussen ist, kann medikamentöse Kastration sozusagen als Test versucht werden.

Die Fortpflanzungskontrolle als Grund für die Kastration spielt bei uns eine eher untergeordnete Rolle. Bei streuneden Hunden ist sie aber ein wichtiger Beitrag zum Tierschutz.

Es gibt aber auch medizinische Gründe, die eine Kastration sinnvoll machen. Dazu gehören Kryptorchismus (Bauchhoden, ein- oder beidseitig), Prostataerkrankungen, Hodentumore und Perianaldrüsentumore (Drüsen in der Umgebung des Afters).

Wie bei der Hündin kann auch beim Rüden die Kastration zu Gewichtszunahme führen. Reduzierte Futtermengen oder ein kalorienreduziertes Diätfutter beugen Fettleibigkeit vor. Fellveränderungen durch die Kastration sind beim Rüden extrem selten. Harninkontinenz als Kastrationsfolge tritt beim Rüden nicht auf.

Kastration bei der Katze

Bei Katzen steht die Fortpflanzungskontrolle an oberster Stelle. Aus Tierschutzgründen schreibt sie der Gesetzgeber für Freigänger auch vor. Sie ist aber nicht der einzige Grund für eine Kastration.

Kastriete Katzen streunen weniger und haben derher ein geringers Risiko für Unfälle. Außerdem werden viele Infektionskrankheiten bei der Katze durch Bisse (beim Geschlechtsakt verbeißt sich der Kater im Nacken der Kätzin) übertragen.

Eine Besonderheit im Sexualzyklus der Katze ist der sog. "provozierte Eisprung", d.h. der Eisprung erfolgt nur nach dem Deckakt. Bleibt dieser aus tritt die nächste Rolligkeit nach 1-3 Wochen ein. Man spricht von Dauerrolligkeit. Dieser Zustand ist für Katzen sehr belastend und erhöht das Risiko an eitriger Gebärmutterentzündung zu erkranken. Daher sollten auch Wohungskatzen ohne Kontakt zu einem Kater unbedingt kastriert werden.

Katzen werden etwa mit 6-8 Monaten geschlechtsreif.  Kastriert man vor der ersten Rolligkeit (etwa ab einem Alter von 4 Monaten) so spricht man von Frühkastration. Sie schützt sicher vor ungewollter Vermehrung und bringt keine medizinischen Nachteile mit sich. Frühkastrierte Katzen haben kein erhöhtes Risiko für Harnsteine oder Gewichtszunahme als spätkastrierte. Verhaltensänderungen (z.T. erwünscht: Katzen sind ruhiger, anschmiegsamer, streunen weniger) treten bei allen kastrierten Katzen auf.

Kastration beim Kater

Die Lebenserwartung kastrierter Kater ist im Durchschnitt etwa um 5 jahre höher als die von nicht kastrierten Katern. Sie streunen weniger und haben daher auch weniger Unfälle. Auch raufen kastrierte Kater viel seltener, weswegen sich das Verletzugnsrisiko und der Gefahr der Ansteckung mit Infektionskrankheit wie Leukose oder FIP deutlich senkt.

Geschlechtsreife Kater markieren außerdem ihr Revier (und dazu gehört auch die Wohnung!) mit Harn. Auch dieses Verhalten wird durch die Kastration verhindert.

Wie bei der Katze schreibt der Gesetzgeber die Kastration für Freigänger vor, um Tierleid durch unerwünschten Nachwuchs zu verhindern.

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