Notfälle bei Hunden und Katzen – Tipps zur Ersten Hilfe

Notfälle bei Hunden und Katzen – Tipps zur Ersten Hilfe

(c) Claudia Harrer

Wenn es auch nie soweit kommen soll: in tierischen Notfällen kann Erste Hilfe Leben retten. Wichtig ist es Ruhe zu bewahren, um die richtigen Maßnahmen zu setzen.

Bei jedem tierischen Notfall melden Sie sich umgehend beim Tierarzt telefonisch an. Erstens können Sie dann sicher sein, dass die Ordination besetzt ist, zweitens kann alles für den Notfall vorbereitet werden und drittens informiert Sie der Tierarzt über die richtigen Maßnahmen.

Tiere mit Schmerzen sind unberechenbar. In so einer Situation kann auch der eigene Hund beißen.  Sprechen Sie verunfallte Tiere zuerst an. Danach werden sie vorsichtig berührt. Gutes Zureden mit ruhiger Stimme wirkt angstlösend.  Steht kein Maulkorb zur Verfügung, kann man das Maul mit einem breiten Band zubinden. Bei Katzen leistet meist eine Decke, die man über das Tier wirft, gute Dienste. Auf dieser Decke können verletzte Tiere auch relativ schmerzfrei getragen werden.

Ist ein Tier bewusstlos achten sie auf Atembewegungen, fühlen Sie den Herzschlag oder den Puls auf der Innenseite des Oberschenkels. Fehlen diese Lebenszeichen (Atem- und Kreislaufstillstand), muss sofort mit der Wiederbelebung begonnen werden. 

  • Atemwege freihalten: Zunge nach vorne ziehen, Fremdkörper, Erbrochenes und Schleim entfernen.
  • Zum Beatmen schließen Sie das Maul mit der Hand  und beatmen etwa alle 3 Sekunden durch ein Tuch, sodass sich der Brustkorb sanft hebt.
  • Herzmassage sollte nur erfolgen, wenn Sie sicher sind, dass das Herz des Tieres nicht mehr schlägt. Dazu legen Sie eine Decke unter den Brustkorb des Tieres , und pressen bei kleinen Tieren mit den Fingern bei größeren mit übereinandergeschlagenen Händen 5-10x etwa auf Höhe des Ellbogens auf den Brustkorb.
  • Prüfen sie erneut Atmung und Herzschlag, bevor sie ggf. erneut beatmen und eine Herzmassage durchführen.

Bei Verletzungen ist es häufig sinnvoll vor dem Transport zum Tierarzt einen Verband anzulegen. Auf die Wunde kommt eine nicht fusselnde Abdeckung.  Als nächste Schicht wird meist Verbandswatte zur Polsterung verwendet, die mit Binden fixiert wird ohne jedoch die Blutversorgung abzuschnüren.  Im Notfall kann auch ein frisches Handtuch diesen Zweck als Verband erfüllen. Bei hellrot pulsierenden Blutungen ist eine Arterie betroffen. Um starke Blutverluste zu verhindern wird hier ein Druckverband angelegt oder mit der Hand starker Druck auf die Wunde ausgeübt.

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