Update anlässlich der Coronakrise

Die Ordination ist selbstverständlich geöffnet, um die tiermedizinsche Versorgung zu gewährleisten. Ich bitte Sie jedoch, um telefonische Terminvereinbarung, damit Wartezeiten verhindert werden.

Eitriges Ohr durch Loch im Trommelfell des Katers

Sehr geehrte Fr. Dr. Entner,

ich bin sehr verzweifelt und hoffe, dass mir hier weitergeholfen werden kann.
Vorab ich WAR in Behandlung mit meinem 8Jahre alten kastrierten Siam-kater, doch da es ihm nach all diesen Behandlungen "seelisch" immer schlechter gegangen ist, habe ich, unter Absprache mit einem guten Freund und Humanmediziner, die Behandlung abgebrochen und nun lass ich meinen Kater mal "verschnaufen" - so nun zum Wesentlichen:

mein Kater hatte im Juli 2007 ein "verdrecktes"(=schwarzbraune Krustenbildung) Ohr, was dann mit Ohrentropfen behandelt wurde. Leider kehrte dieser "Dreck" im August wieder, was zu Folge hatte, dass er Antibiotika für 10Tage erhielt + eine mikrobiologische Untersuchung wurde angeordnet - Befund: nur Sproßpilze.
Zusätzliche Behandlung mit Ohrentropfen - wenig Besserung sichtbar.
Trommelfell war leider nie einsehbar.
Nochmals Entnahme eines Tupfers für mikrobielle Untersuchung (September) - wieder nur Sproßpilze - Gabe von Pilzmittel - wieder etwas besser.

Im Oktober dann wieder ganz schlecht; AB-Gabe + Injektion - leider hat der Kater das AB nicht vertragen.
Danach Behandlung nur mit Ohrentropfen bis Anfang Dezember.
Im Dezember, da noch immer keine Besserung, wieder AB-Gabe + Injektionen und endlich Ende Dezember die Besserung!
Kein "Dreck" mehr, sondern hellgelber flüssiger Eiter, keine Rötung! Trommelfell zwar nicht einsehbar, doch deutlicher Erfolg.
Nur leider nach Absetzen des AB erneute "Infektion" - weitere Behandlung mit Ohrentropfen. Stabiler Verlauf!

Entschluss Endoskopie mit Verdacht auf einen Polyp, denn zusätzlich gehört erwähnt, dass der Kater leider seit Welpe an Schnupfen mit zeitweise eitrigem Ausfluss leidet, welcher natürlich auch nun auch gegenwärtig war und nicht mit Dampfbehandlungen und Infrarotbestrahlung in den Griff zu bekommen war - wie früher immer.
Befund der Endoskopie: kein Polyp, sichtbares Loch im Trommelfell, woraus Eiter fließt. Reinigung durch Spülung und Gabe von AB über ein Monat oder mehr......woraus nur Wochen wurden, da mein Kater Durchfall bekommen hat und er hat sich sein Fell plötzlich blutig gekratzt. Er hat dann noch von mir Medikamente zur Stärkung der Darmflora erhalten, doch alles andere hab ich abgebrochen und nun weiß ich nicht mehr weiter!
Es wurde auch ein Röngten gemacht- auch oB.

Bei diesem Behandlungsmarathon wurden mehrere Tierärzte (ein einzelner und danach zwei in einer Gemeinschaftspraxis) zu Rate gezogen.

Was soll ich jetzt machen? Ich will meinem Kater keinen "unnötigen" Tierarztbesuch mehr aussetzen...

Herzlichen Dank für die Gedult beim Durchlesen und herzlichen Dank für Ihre Hilfe im Voraus.

Mit freundlich Grüssen
eine verzweifelte Katzenliebhaberin

PS: Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass es den Kater seit Absetzen der Medikamente "seelisch" besser geht, nur das Ohr ist leider unverändert (also weder besser noch schlecht - rein äußerlich betrachtet).

AW

Herzlichen Dank für Ihre Antwort.

LG, Samya

Bild des Benutzers Anna

Mittelohrentzündung bei Katzen

Sie beschreiben hier eine Mittelohrentzündung (Otitis media). Diese entsteht meist durch Ausdehnung einer Otitis externa (Entzündung des äußeren Gehörganges), wobei das Tromelfell reißt. Gelegentlich kann es auch zu einer aufsteigenden Infektion aus dem Rachenraum kommen und ganz selten werden Keime über den Blutweg eingeschwemmt. Ein negativer Röntgenbefund muss eine Otitis media  keinenfalls ausschließen.

Durch das Mittelohr verlaufen symphatische Nervenfasern. Sind diese mitbetroffen, können Defizite zurückbleiben. Auch eine Ausbreitung auf das Innenohr ist möglich (massive neurologische Symptome). Eine Fortsetznung der Behandlung ist unbedingt nötig.

Grundsätzlich erfolgt die Therapie mittels Antibiotikum (nach Antibiogramm) für 4-6 Wochen, bei Malasszien (Hefepilzen) wird zusätzlich ein "Pilzmedikament" gegeben. Da ihr Siamkater scheinbar an einer Medikamentenunverträglichkeit leidet, müssen die Medikamente abgesetzt werden und die Therapie mit chemisch nicht verwandtem Antibiotikum fortgesetzt werden.  Spricht die Otitis media nicht auf diese Behandlung die Überweisung an eine Spezialklinik zur chirurgischen Versorgung nötig.

Tierärztin Mag.med.vet. Anna Entner
8111 Judendorf-Straßengel bei Graz

Tierärztin Mag.med.vet. Anna Entner
8111 Judendorf-Straßengel bei Graz

Tierarzt Entner auf Facebook Tierarzt Entner auf Google+